Förderung und Herstellung von Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung

Geneviève S.

(F)EMPOWERing!

"Die Corona-Krise hat meinen Alltag umstrukturiert. Doch gemessen an der gesundheitlichen Gefahr, die von diesem Virus ausgeht, ist diese Umstellung tolerabel. Was mir vielmehr Sorgen bereitet, sind die wissenschaftssoziologischen Folgen der Corona-Krise: Beispielsweise zeichnet es sich jetzt schon ab, dass durch die Corona-Krise Wissenschaftlerinnen in Erziehungsverantwortung in einen Publikationsrückstand geraten und somit langfristig in einer auf Leistungsindikatoren fokussierten Wissenschaftspraxis zu Verliererinnen werden.

Ich wünsche mir, dass die Corona-Krise als Katalysator für einen Wandel in der Wissenschaftskultur fungiert, da sie in vielfältiger Weise offenbart, inwiefern Frauen durch tradierte Wertvorstellungen eine gleichberechtige Partizipation am Wissenschaftssystem verwehrt wird. Ist die Mehrfachbelastung von Wissenschaftlerinnen zwar eine bekannte Tatsache, so wird sie nun – in kondensierter Form im Home Office – endlich sichtbar und erlebbar! Die Corona-Krise demaskiert in eindrücklicher Weise die verlogene Vorstellung einer Chancengleichheit in der Wissenschaft. Sie ist also Fluch und Chance zugleich: Fluch, weil sie viele Wissenschaftlerinnen mit Erziehungs- und Pflegeverantwortung in berufliche Nöte stößt, Chance, weil sie nun im öffentlichen Diskurs die tägliche Zerrissenheit von Frauen thematisiert und uns (endlich) zum Handeln auffordert – intrafamiliär wie gesellschaftlich!"

Geneviève S. | Wissenschaftsmanagerin

Letzte Änderung: 27.05.2020 - Ansprechpartner:

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