Förderung und Herstellung von Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung

M.A. Anne-Katrin Schlobach

(F)EMPOWERing!

"Vielen Dank für das öffentliche Engagement des landesweiten Projektes FEM POWER, Frauen oder allgemein Menschen in der Wissenschaft in der Pandemie sichtbar zu machen. 
Definiert man das Wort Krise als Wendepunkt in einem bisher beständigen gesellschaftlichen System, so ist die Corona-Krise wirklich eine Krise. Care-Arbeit und Erwerbsarbeit als Mutter eines unter neunjährigen, nicht schulpflichtigen Kindes zu verzahnen und allen Parteien gerecht zu werden, ist schwer. Das Wort „gerecht“ orientiert sich dabei natürlich an meinem eigenen Richtwert. Ich möchte meinem Kind sowie meiner Erwerbsarbeit, Selbstständigkeit und Forschungstätigkeit gerecht werden. In einer wissens- und arbeitskraftorientierten Gesellschaft ist dies auch wichtig.  

Auf der einen Seite ist meinem Kind der soziale Kontakt, spielerisches Lernen, Vorlesen, Sprechen, kurz: meine Aufmerksamkeit, wichtig. Auf der anderen Seite benötige ich Konzentration auf das Berufliche. Beides zu vereinen, ist eine Gratwanderung, die jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung birgt.   

Als Wissenschaftsmanagerin organisiere ich Begegnungs- und Weiterbildungsräume für den wissenschaftlichen Nachwuchs einer Universität. Um das Programm strukturell und inhaltlich am Leben zu halten, musste in Windeseile ein Digitalisierungskonzept erarbeitet werden. Auch Bewerbungsprozesse und Absprachen unter Kolleg*innen sind nur noch über das Telefon und über Videokonferenzen möglich.  

Nach einigen Wochen ist es langsam Normalität, wir finden uns in unserem neuen Alltag zwischen Care-Arbeit und Homeoffice.  

In meiner Tätigkeit als selbständige Trainerin sind mir einige Jobs weggebrochen. Gerade bin ich auf der Suche nach einer digitalen Weiterbildung, die mich als Trainerin mit den digitalen Workshopangeboten vertraut macht. 

Auch kann ich der „Krise“ etwas Gutes abgewinnen: Soviel intensive Zeit mit meinem Kind habe ich lange nicht verbracht. Der Kindergarten fehlt als sozialer Anker und als Mutter, gerade als Alleinerziehende, ist man bemüht, die Freundin, die Wissende, die einfühlsame Mutter zu sein. Ein alltägliches Ringen mit Idealen und Realität.  

Meine Promotion und meine Forschungstätigkeit bleiben dabei gerade oft auf der Strecke. 

Zukunft ist ein breiter Begriff. Jetzt in der Momentaufnahme kann ich mich nur für eine breite Toleranz meiner Arbeitgeberin bedanken. Viele Freiräume und die rasche Verwirklichung von digitalen Arbeitsräumen sind lobenswert. Mein Projekt läuft stabil trotz „Corona-Krise“.  

Langfristig ist die Thematik Befristung an Universitäten ständige Begleitung von schlaflosen Nächten. Gerade jetzt in der „Corona-Krise“ wird einem das fragile Gerüst der eigenen Erwerbsarbeit klar vor Augen geführt."

M.A. Anne-Katrin Schlobach | Wissenschaftsmanagerin, Promovendin, selbständige Trainerin und Alleinerziehende

Letzte Änderung: 27.05.2020 - Ansprechpartner:

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